In Deutschland besteht das Problem, dass viele Menschen grundsätzlich bereit wären, sich ehrenamtlich zu engagieren, es aber wegen der komplizierten Suche nach Hilfsmöglichkeiten in ihrer Nähe oder aufgrund Unsicherheiten, welche Art von Engagement ihnen liegen könnte, schlicht und ergreifend nicht in die Tat umsetzen.

Laut dem aktuellen Freiwilligensurvey des BMFSFJ, das im April 2016 veröffentlicht wurde, sind 56,4% der deutschen Bevölkerung nicht ehrenamtlich engagiert, wobei 58,9% dieser Gruppe zu einem Engagement bereit wären. Somit gilt es, rund einem Drittel der Bevölkerung dabei zu helfen, eine individuell passende Engagementmöglichkeit zu finden. In dem Bericht heißt es weiter: „Zu fragen ist nun im Detail, wie das Potenzial zum Engagement jener Personen entfaltet werden kann, die derzeit nicht engagiert sind. Einen Anhaltspunkt liefern die Beendigungs- und Hinderungsgründe: Möglichkeiten zum Engagement aufzuzeigen, die nahe am Beruf oder nahe an der Familie stattfinden, könnte Personen mit zeitlichen Restriktionen möglicherweise davon überzeugen, dass ein Engagement für sie realisierbar ist.“

Genau hier setzt der Help-O-Mat an. Wir möchten eine möglichst einfache Webanwendung entwickeln, die in wenigen Schritten den Interessierten zum Helfer macht. Der Help-O-Mat soll, lose basierend auf dem Konzept des „Wahl-O-Mat“, innerhalb weniger Minuten und mit Hilfe einiger Fragen eine möglichst passende Hilfsorganisation direkt in der Nähe des Suchenden finden. Durch ansprechendes Design, ein interaktives Konzept und passendes Marketing sollen vor allem junge Menschen adressiert werden, die ehrenamtlicher Arbeit zwar besonders offen gegenüberstehen, aber über bestehende Kanäle bisher nicht angesprochen wurden.

Die Idee selbst entstand vor dem Hintergrund des wachsenden Flüchtlingsstroms. Wir haben uns Gedanken gemacht, was in dieser Ausnahmesituation für zentrale Probleme bestehen, die behoben oder vermindert werden könnten und erkannten die unzureichende Versorgung mit ehrenamtlichen Hilfskräften und deren ineffektive Verteilung. In der weiteren Betrachtung haben wir dies dann auf die ehrenamtliche Arbeit allgemein übertragen.

Das konkrete Konzept entstand nach dem Vorbild des „Wahl-O-Mat“, also einer attraktiv gestalteten und einfach gehaltenen Web-Anwendung, die über eine Reihe von Fragen die Präferenzen des Nutzers erfasst und ihm im Ergebnis hilft, sich politisch passend zu verorten und weiterführend mit politischen Inhalten zu beschäftigen.

Die Idee bestand darin, diesen Ansatz auf die verschiedenen Bereiche ehrenamtlicher Tätigkeit zu übertragen und dem Nutzer aufzuzeigen, was zu seinen Präferenzen passt. In der Folge werden ihm konkrete Möglichkeiten in seiner Nähe, dies auch umzusetzen, aufgezeigt und im besten Fall findet er ein perfekt zu ihm passendes Engagement.

Das Ehrenamt als solches ist eine wichtige Stütze der deutschen Gemeinschaft, viele Bereiche des öffentlichen und sozialen Lebens würden ohne Ehrenamtliche kaum mehr existieren.

Es besteht noch ein hohes Potential, die Anzahl ehrenamtlich tätiger Menschen weiter zu steigern. Gleichzeitig gilt es natürlich auch, bereits bestehendes Engagement möglichst effektiv zu verteilen. Ehrenamtliche Arbeit und die Suche nach Einsatzmöglichkeiten müssen für den einzelnen Helfer attraktiv gestaltet werden.

Gerade vor dem Hintergrund des aktuellen Flüchtlingsstroms, des fortschreitenden demographischen Wandels und den damit verbundenen gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen wird die Bedeutung des Ehrenamts weiter zunehmen. Die Flüchtlingskrise hat in vielen Phasen außerdem gezeigt, wie ineffektiv die Allokation der bestehenden Ressourcen teils von statten geht.

Der Help-O-Mat soll im besten Fall ein zentraler Kanal und gleichzeitig Katalysator des Ehrenamts in Deutschland werden.

Wir möchten potentiellen Helfern eine attraktive und funktional optimierte Plattform bieten, in der Folge die ehrenamtliche Arbeitskraft steigern und diese gleichzeitig effektiver verteilen, wovon dann schlussendlich die sozialen Einrichtungen und Organisationen profitieren. Somit schaffen wir neben dem Nutzen für konkrete Zielgruppen auch einen gesamtgesellschaftlichen Nutzen für das ganze Land.

Im Idealfall reift der Help-O-Mat zu der zentralen Anlaufstelle für alle Menschen in Deutschland, die ein grundsätzliches Interesse an sozialem Engagement haben und sich über passende Möglichkeiten in ihrer Nähe informieren wollen. Und er zieht über das interaktive Konzept mit entsprechendem Marketing evtl. sogar Menschen an, die sich zuvor gar keine Gedanken um ehrenamtliche Tätigkeiten gemacht haben.

Auf der anderen Seite soll die Plattform auch für Organisationen und Betreiber konkreter Projekte sozusagen zur Standardmöglichkeit werden, um Helfer zu gewinnen. Sie speisen ihre Projekte und Informationen im besten Fall selbstständig ein und nehmen ebenfalls aktiv an dem Verteilungsprozess teil.

Die Zielgruppe des Help-O-Mats besteht verstärkt aus jungen, internetaffinen Menschen, die prinzipiell bereit sind, sich zu engagieren, es aber trotzdem nicht zu tun. Abgesehen davon sind aber selbstverständlich alle Menschen in Deutschland als Nutzer relevant, die sich für eine ehrenamtliche Tätigkeit interessieren.

Laut der größten statistischen Erhebung in Bezug auf Freiwilligenarbeit, der Freiwilligensurvey des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, kann angenommen werden, dass, auf Basis der Zahlen von 1999, 2004, 2009 und 2014 sich ca. 1/3 der Bevölkerung eventuell oder bestimmt engagieren wollen (Freiwilligensurvey 2014, BMFSFJ), es jedoch noch nicht tun. Die Zahlen und ihre Entwicklung zeigen, dass es konstant einen sehr großen Anteil der Bevölkerung gibt, der zu unserer Zielgruppe gehört.

Bei der Bevölkerung lässt sich des Weiteren aktuell eine sehr hohe Internetaffinität beobachten. Interessant sind dabei insbesondere Jugendliche im Alter von 14-19 Jahren sowie junge Erwachsene im Alter von 20-29 Jahren, die mit einer Internetnutzung von annähernd 100% und der im Vergleich höchsten Engagementbereitschaft die ideale Zielgruppe bilden. Zudem kann frühes Engagement das Fundament für eine lebenslange ehrenamtliche Betätigung bilden.

Diese Zielgruppe wird durch bisherige komplizierte und „altbackene“ Online-Auftritte der Freiwilligenorganisationen und -Agenturen nur wenig angesprochen. Eine Online-Suche gestaltet sich nicht zielführend, den Organisationen und Agenturen fehlt ein attraktives Design und Branding. Dem wollen wir entgegenwirken.

Die Gründer und wichtigsten Mitglieder sind fünf Bachelorstudenten der WHU – Otto Beisheim School of Management in Vallendar bei Koblenz, eine der führenden Business Schools in Deutschland.

Wir alle haben unser Studium in internationaler Betriebswirtschaftslehre im September 2015 begonnen und uns über die studentische Initiative Enactus kennengelernt. In dieser weltweiten Initiative finden sich engagierte Studenten zusammen, die gemeinsam Ideen für soziale Projekte mit unternehmerischem Hintergrund entwickeln und diese möglichst auch in Projektteams implementieren.

Nach zwei Semestern des Studiums der BWL verfügen wir alle über Grundlagen verschiedener Zweige dieser Fachrichtung wie z.B. Marketing, Unternehmensfinanzierung, Strategie, Rechnungswesen etc., die wir auch bei unserem Projekt nutzen können.

Alle Teammitglieder haben schon im Vorfeld des Studiums Praktika bei unterschiedlichen Institutionen absolviert, u.a. KPMG, Börse Düsseldorf, ADAC Luftrettung, Deutscher Bundestag und Röchling Sustaplast. Nach den ersten Semestern kamen weitere praktische Erfahrungen bspw. bei Henkel, PwC, BMW, Royal DSM oder Talanx hinzu.

Außerdem haben wir alle internationale Erfahrungen durch längere Auslandsaufenthalte in den USA, Neuseeland, Großbritannien oder Australien gesammelt. Des Weiteren waren einzelne Projektmitglieder im sozialen Bereich engagiert, z.B. bei der Betreuung von Flüchtlingskindern oder als Angestellter in einer Mittelschule.

Grundsätzlich haben wir eine sehr flache Hierarchie und somit herrscht bei Entscheidungen das Prinzip der Gleichberechtigung. Alle Schritte werden gemeinsam besprochen und diskutiert, was aufgrund der eher überschaubaren Teamgröße und einem sehr starken Zusammenhalt bisher hervorragend funktioniert hat.

Trotzdem haben wir bestimmte grundlegende Zuständigkeiten im Team aufgeteilt, um die fortlaufende Arbeit besser strukturieren und aufteilen zu können.

  • Leo Polwein (Projektleiter): Koordination des Teams, administrative und organisatorische Aufgaben, Kommunikation mit Partnern und Unterstützern, Verantwortlicher für Finanzen
  • Justus Merzenich: Verantwortlicher für Auswertungsalgorithmus und Marketing
  • Phillip Rehsmann: Verantwortlicher für die Projektdatenbank & Monetarisierung
  • Nils Aschmann: Verantwortlich für Design, Webauftritt & Sponsoring
  • Fabian Sedlmayr: Verantwortlicher für Auswertungsalgorithmus & Innovation.
  • Externe Unterstützer:
    • Markus Rettinger, Webdesign
    • Christopher Hoegner, IT & Programmierung

Wir freuen uns selbstverständlich über Unterstützung jeglicher Art, um den Help-O-Mat weiterzuentwickeln und das Ehrenamt in Deutschland zu stärken.

Das fängt bereits mit konstruktivem Feedback an. Falls Du Anmerkungen bzw. konkrete Ideen zur Verbesserung hast oder ganz einfach einen Fehler in der Applikation entdeckst, melde Dich doch bitte kurz bei uns.

Wir arbeiten kontinuierlich an der Webseite und der Applikation und sind uns sicher, dass wir auch mit der Hilfe vieler engagierter Nutzer den Help-O-Mat immer weiter verbessern können.

Weiterhin können wir tatkräftige Unterstützung bei der fortlaufenden Einspeisung von Projekten und Organisationen gebrauchen. Falls Du gerne einen Beitrag zu diesem Projekt leisten und dem Ehrenamt in Deiner Stadt Flügel verleihen möchtest, indem Du Hilfsorganisationen in Deiner Nähe ansprichst und eigenständig Projekte in unsere Datenbank integrierst, dann freuen wir uns sehr über eine Nachricht von Dir!

Interessiert sind wir selbstverständlich ebenso an Kooperationen mit Hilfsorganisationen, Gemeinden, Städten, Behörden und weiteren Stellen, die auf irgendeine Art und Weise mit dem Themenfeld Ehrenamt zu tun haben. Auch hier freuen wir uns über jeden Kontakt!

Auf finanzielle Unterstützung sind wir insbesondere was die weitere Programmierung und Gestaltung der Applikation angeht angewiesen. Jede kleine Summe ist immer willkommen, wir stellen gerne eine Spendenbescheinigung aus und informieren ausführlich, wofür konkret das Geld eingesetzt wurde.

Und am Ende kann natürlich wirklich jeder einen äußerst wichtigen Beitrag leisten, indem er unsere Webseite teilt, seinen Freunden vom Help-O-Mat erzählt und uns somit enorm dabei hilft, die Reichweite dieses Projekts immer weiter zu erhöhen und im Endeffekt möglichst vielen Menschen in Deutschland ein passendes Ehrenamt zu vermitteln!